(RGBl., No. 27 vom 25. September 1875, S. 304)
Auf Grund des Artikels 8 des Münzgeſetzes vom 9. Juli 1873 (Reichs-Geſetzbl. S. 233) hat der Bundesrath die nachfolgenden Beſtimmungen getroffen:
Vom 1. Oktober 1875 an gelten nicht ferner als geſetzliches Zahlungsmittel:
lübeckiſche Speziesthaler (60 Schillinge) (ſ. g. Johannisthaler), | ||
Dreimarkſtücke (48 Schillinge) lübeckiſchen Gepräges, | ||
12- Schillingſtücke , | } | lübeckiſchen, hamburgiſchen oder mecklenburgiſchen, auch roſtocker oder wismarer Gepräges; |
2- „ | ||
| ||
½- „ (Sechslinge), | ||
¼- „ (Dreilinge) |
| } | Markgräflich ansbacher und bayreuther Gepräges. |
⅔- „ |
Es iſt daher vom 1. Oktober 1875 ab, außer den mit der Einlöſung beauftragten Kaſſen, niemand verpflichtet, dieſe Münzen in Zahlung zu nehmen.
Vom 1. November 1875 an gelten nicht ferner als geſetzliches Zahlungsmittel:
die Zweimarkſtücke (32 Schillinge), | } | lübeckiſchen, hamburgiſchen oder mecklenburgiſchen Gepräges. |
die Einmarkſtücke (16 Schillinge), | ||
die 8-Schillingſtücke, | ||
die 4-Schillingſtücke |
Es iſt daher vom 1. November 1875 ab, außer den mit der Einlöſung beauftragten Kaſſen, niemand verpflichtet, dieſe Münzen in Zahlung zu nehmen.
Die im Umlauf befindlichen, in den §§. 1 und 2 bezeichneten Münzen werden in den Monaten Oktober, November und Dezember 1875 von den durch die Landes-Zentralbehörden zu bezeichnenden Kaſſen derjenigen Bundesſtaaten, welche dieſe Münzen geprägt haben bezw. in deren Gebiet dieſelben geſetzliches Zahlungsmittel ſind, nach dem in §. 4 feſtgeſetzten Werthverhältniſſe für Rechnung des Deutſchen Reichs ſowohl in Zahlung genommen, als auch gegen Reichs- bezw. Landesmünzen, jedoch nur in Beträgen von 5 Pfennig Reichsmünze oder in einem Vielfachen dieſes Betrages, umgewechſelt.
Nach dem 31. Dezember 1875 werden derartige Münzen auch von dieſen Kaſſen weder in Zahlung noch zur Umwechslung angenommen.
Die Einlöſung der in den §§. 1 und 2 bezeichneten Münzen erfolgt zu dem nachſtehend vermerkten feſten Werthverhältniſſe:
| zu | 4 | Mark | 50 | Pf. | Reichsmünze, | ||
„ Dreimarkſtücke | 3 | 60 | ||||||
„ Zweimarkſtücke | 2 | 40 | ||||||
„ Einmarkſtücke | 1 | 20 | ||||||
| ― | 90 | ||||||
„ 8- „ | ― | 60 | ||||||
„ 4- „ | ― | 30 | ||||||
„ 2- „ | ― | 15 | ||||||
„ 1- „ | (ſ. g. ſchweren Schillinge) | ― | 7 | ½ | ||||
„ ½- „ | (Sechslinge) | ― | 3 | ¾ | ||||
„ ¼- „ | (Dreilinge) | ― | 1 | ⁷∕₈ |
die mecklenburgiſchen ſ. g. leichten Schillinge zu 6¼ Pf. Reichsmünze, | |||
die Theilſtücke derſelben, nämlich: | |||
| halben Schillinge (Sechslinge), | } | nach Verhältniß, der Schilling zu 6¼ Pfennig Reichsmünze gerechnet. |
„ „ | Viertelſchillinge (Dreilinge), | ||
„ „ | Zweipfennigſtücke (⅟₆-Schillinge), | ||
„ „ | Eineinhalbpfennigſtücke (⅟₈-Schillinge), | ||
„ „ | Einpfennigſtücke (⅟₁₂ Schillinge) |
die ⅔- Thalerſtücke | |||||||
„ ½- „ | |||||||
„ ¼- „ | |||||||
„ ⅕- „ | |||||||
| ― | 60 | |||||
„ „ ⅙- „ |
| zu | ― | Mark | 5 | Pf. | Reichsmünze, | |
„ Ein- „ |
die | ansbacher | und | bayreuther | ⅟₁- | Thaler | zu | 2⁴∕₇ | Mark | Reichsmünze, |
⅔- | 1⁵∕₇ |
Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtauſch (§. 3) findet auf durchlöcherte und anders, als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte, ingleichen auf verfälſchte Münzſtücke keine Anwendung.
Berlin, den 21. September 1875.
Der Reichskanzler.
In Vertretung:
Delbrück.