(Nr. 6958) Geſetz über den Friedensſchluß zwiſchen Deutſchland und den aliierten und aſſoziierten Mächten. Vom 16. Juli 1919.

(RGBl., Nr. 140 vom 12. Auguſt 1919, S. 687)

Die verfaſſunggebende deutſche Nationalverſammlung hat das folgende Geſetz beſchloſſen, das nach Zuſtimmung des Staatenausſchuſſes hiermit verkündet wird.

Artikel 1

Dem am 28. Juni 1919 unterzeichneten Friedensvertrage zwiſchen Deutſchland und den alliierten und aſſoziierten Mächten und dem dazugehörenden Protokolle ſowie der am gleichen Tage unterzeichneten Vereinbarung über die militäriſche Beſetzung der Rheinlande wird zugeſtimmt.

Der Friedensvertrag, das Protokoll und die Vereinbarung werden nachſtehend veröffentlicht.

Artikel 2

Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.

Berlin, den 16. Juli 1919.

Der Reichspräſident
Ebert

Der Präſident des Reichsminiſteriums
Bauer


― Auszug ―

Teil III.

Politiſche Beſtimmungen über Europa

Abſ‌chnitt IV.

Saarbecken.

Anlage

Gemäß den Abreden der Artikel 45 bis 50 des gegenwärtigen Vertrags werden die (…) Maßnahmen, die den Schutz der Rechte und die Wohlfahrt der Bevölkerung zugleich mit der Regierung des Gebiets ſicherſtellen ſollen, (…) wie folgt feſtgeſetzt:

Kapitel II.

Regierung des Saarbeckengebiets.

§ 32.

Der Umlauf franzöſiſchen Geldes im Saarbeckengebiet unterliegt keinem Verbot und keiner Beſchränkung.

Der franzöſiſche Staat hat das Recht, ſich bei allen Käufen und Zahlungen und bei allen Verträgen über die Ausbeutung der Gruben oder ihrer Nebenanlagen des franzöſiſchen Geldes zu bedienen.

(Nr. 7234) Bekanntmachung, betreffend die Errichtung des erſten Protokolls über die Niederlegung von Ratifikationsurkunden zu dem Friedensvertrage zwiſchen Deutſchland und den alliierten und aſſoziierten Mächten. Vom 11. Januar 1920. ― Auszug ―

(RGBl., Nr. 6 vom 13. Januar 1920, S. 31; Ber. S. 95)

Der mit dem Geſetz über den Friedensſchluß zwiſchen Deutſchland und den alliierten und aſſoziierten Mächten vom 16. Juli 1919 (Reichs-Geſetzbl. S. 687) veröffentlichte Friedensvertrag zwiſchen Deutſchland und den alliierten und aſſoziierten Mächten nebſt dem dazu gehörenden Protokoll iſt von Deutſchland, dem Britiſchen Reiche, Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Bolivien, Braſilien, Guatemala, Peru, Polen, Siam, der Tſchecho-Slowakei und Uruguay ratifiziert worden. (…)

Das erſte Protokoll über die Niederlegung der Ratifikationsurkunden iſt am 10. Januar 1920 nachmittags vier Uhr fünfzehn Minuten weſteuropäiſcher Zeit erichtet worden.

Berlin, den 11. Januar 1920.

Der Reichsminiſter des Auswärtigen

In Vertretung

Haniel